Teneriffa – Woche drei und vier

Teneriffa, Ende Juli bis Anfang/Mitte August 2020

Wir wohnen noch im Südwesten, haben jetzt aber ab 10. August 2020 eine FeWo im Norden gebucht, um diese von vielen im Ausland lebenden Deutschen bevorzugte Gegend zu erkunden.

Hier im Süden ist es derzeit ab dem frühen Nachmittag sehr heiß, daher gehen wir gerne an einen der zahlreichen Strände in der Umgebung und kühlen uns im Meer ab.

Morgens früh ist es auch schön, an der Küste entlangzuwandern, was wir zwei Mal getan haben.

Wir haben auch eine weitere Facebook Bekannte persönlich kennengelernt und sind abenteuerliche Wege von der Ostküste hoch in die Berge gefahren: Als die schmale Piste, die zum Teil ziemlich steil hoch ging (ca. 12%), in einen unbefestigten Weg mündete, kehrten wir um und gaben den Plan auf, eine abgelegene Biofinca zu besuchen und uns dort mit Gemüse einzudecken. Manchmal braucht man hier fast einen Jeep oder zumindest einen SUV mit Bodenfreiheit um weiterfahren zu können.

Die Erkundungen der Ostküste haben uns gezeigt, dass diese Gegend landschaftlich wenig attraktiv ist: kahle Berge, ein großer Windpark und eine sehr stürmische Küste mit Surferwellen sprechen uns weniger an. Den nördlichen Teil der Ostküste werden wir wahrscheinlich aber erst von unserem neuen Domizil aus erkunden, wie auch die Hauptstadt Santa Cruz der Teneriffe. Das an sich hübsche Städtchen Candelaria fühlte sich für uns etwas unangenehm an, da die Menschen vielfach auch auf der Straße Masken trugen, das hatten wir bisher hier noch nicht erlebt.

Kirche in Candelaria

Candelaria – überlebensgroße Statuen von Guanchen, den Ureinwohnern der Kanaren

Seit Anfang August ist mehr Verkehr auf den Straßen, vermutlich sind mehr Touristen, vor allem Spanier, angekommen. Laut Presse fliegt jedoch Tui Großbritannien jetzt nicht mehr auf die Kanaren und die englischen Touristen wurden informiert, dass es nur noch bis Anfang August Rückflüge geben wird. Die Reaktionen in Internet auf diese Entwicklung sind unterschiedlich; zum Teil wird es begrüßt, dass die trinkfesten Engländer nicht eingeflogen werden, zum anderen bedeutet das herbe Einbußen für den Tourismus. Es gibt nach wie vor Bedürftige, die mit Hilfe von der spanischen Nachbarschaftshilfe „Nadie sin comer“ (Niemand ohne Essen) mit Lebensmitteln versorgt werden, damit sie nicht hungern müssen. Die deutsch-schweizerische Initiative, die wir unterstützt hatten, hat ihre Aktion abgeschlossen, da die Initatorin in die Schweiz zurückkehren wird. Teneriffa ist dermaßen abhängig vom Tourismus (jährlich kommen 3,5 Mio. Urlauber hierher), dass eine Wiederbelebung des Tourismus unbedingt nötig ist. Auch wenn die hier lebenden Residentes die jetzt ruhige Zeit genießen.

Teneriffa und Wandern gehören untrennbar zusammen. Als sich die Wandergruppe aus dem Norden, die wöchentlich ein Mal gemeinsam eine Wanderung unternimmt, eine Tour nicht so weit von unserem derzeitigen Standort ausgeguckt hatte, haben wir die Wanderstiefel geschnürt und sind mitgewandert. Zu Anfang waren wir 17 Personen, aber nicht alle haben die 10 km und ca. 380 Höhenmeter bis zum Schluss durchgehalten – wir sind auch ca. 2 km weniger mitgelaufen. Auf 1000 m Höhe war es jedoch angenehm zu wandern, zumal ein großer Teil der Strecke auch in den berühmten Lorbeerwäldern verlief.

Auf dem Rückweg der Wanderung haben Anatha und ich ein schwäbisches Ehepaar an einem Rastpunkt/Ausguck getroffen und sind mit ihnen ins Gespräch gekommen. Da die beiden im gleichen Ort wohnen, an dem wir noch sind, haben sie uns gleich zu einem abendlichen Drink bei ihnen eingeladen und wir haben Weiteres über das Inselleben erfahren – die beiden leben hier seit Jahren und fahren nur gelegentlich nach Deutschland zurück, was Ihnen aber wichtig ist wegen Verbundenheit mit der ursprünglichen Heimat. Auch mit unserer Vermieterin und ihrem Partner haben wir uns drei Mal abends getroffen und geschnackt. Einen Abend waren wir mit ihnen in San Juan de la Playa, einem hübschen Fischerort mit schönem kleinen Strand. Am Nachbartisch der Kneipe saß der örtliche, in jeder Hinsicht „gewichtige“ Dorfpolizist in Badehose und nahm das Gespräch mit unseren Vermietern auf; irgendwie mochte er wohl unsere Runde und spendierte uns allen eine Runde Wein (bzw. Bier für mich) – das ist uns bisher nirgendwo passiert! Bisher haben wir viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erfahren. Hier im Haus hat mir schon zwei Mal jemand von den spanischen Mietern geholfen, die schweren 8 l Wasserkanister hochzutragen bis vor die Wohnung.

Jetzt in der vierten Woche hier unten im Südwesten ist es ziemlich heiß und wir sind ein paar Mal an diversen Stränden und Badestellen gewesen. Es ist unglaublich, welche Vielzahl von Bademöglichkeiten es hier gibt und man muss schon sagen „dank Corona“ sind die Strände nicht überlaufen, vor allem, wenn man morgens zeitig dorthin aufbricht.

Morgen geht es weiter in den Norden in die nächste kleine Ferienwohnung. Wir sind schon sehr gespannt. Auch wenn die Gegend hier im Süden und Südwesten viel Urlaubsqualität hat durch viel Sonne, schöne Ferienwohnungen und Strände, reicht uns das nicht. Wir suchen einen Ort mit Lebensqualität, Abwechslung, kulturellen Angeboten und Anatha möchte auf jeden Fall viel wandern und die Wanderungen gehen meistens eher vom Norden aus. Fahrradfahren ist leider für mich hier bisher nicht angesagt, es ist zu bergig und die Touren sind nur etwas für sehr sportliche Fahrer, nicht für Genussradler…

3 Gedanken zu „Teneriffa – Woche drei und vier

  1. Lisa Niemöller

    Liebe Ánatha, liebe Eva,

    schön von euch immer wieder zu lesen und die Bilder zu bestaunen! Gott sei Dank seid ihr gesund.
    Eure Pläne euch in Teneriffa niederzulassen, finde ich interessant. Trotzdem kommt ihr in drei Monaten erst mal nach Deutschland?
    Ist das dann schon ein entgültiger Abschied?
    Dir liebe Eva wünsche ich von ganzem Herzen alles Liebe und Gute zu Deinem Geburtstag und wünsche euch die richtige Entscheidung und den richtigen Ort zu finden! Es bleibt spannend…
    Alles Liebe
    Lisa

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  2. Karin Z.

    Hallo Ihr Beiden,
    bei den schönen Teneriffa Bildern kommt richtig Wehmut auf. Zweimal waren wir in Los Gigantes in einer sehr schönen Ferienwohnung. Wenn dieser ganze Coronaspuck hoffentlich irgendwann vorbei ist und ich in Rente bin, fahren wir sicher nochmal dorthin.
    Ich wünsche Euch weiterhin eine schöne Zeit und freue mich schon auf Eure nächsten Berichte.
    Liebe Grüße aus Frankfurt!
    Karin (Volker lässt auch grüßen)

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    1. eva Beitragsautor

      Hallo, ihr beiden, trotz Corona-Spuk ist es hier – eben mit Einschränkungen – sehr schön. Wir haben schon viele nette Menschen kennengelernt und wohnen gerade in einer sehr schönen FeWo im Norden in Los Realejos, Ortsteil el Toscal.Die Küstenspaziergänge hier sind wunderschön. Davon bald mehr im nächsten Blogbericht.
      Liebe Grüsse an euch beide
      Eva und Anatha

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