Elefantenreservat

Ein Highlight unseres Aufenthaltes in Vang Vieng war das Elefantenschutzgebiet, das eine laotische Familie ca. eine Autostunde von Vang Vieng entfernt betreibt. Die Familie hat viel Land und drei Elefantenkühe und einen Bullen gemietet und lässt sie dort frei herumlaufen, pflegt sie und bietet Touristen die Möglichkeit, einen Tag mit den Tieren in der freien Natur zu verbringen.

Wir wurden morgens mit dem Auto abgeholt und fuhren in eine bergige und von Teichen und Seen durchzogene Gegend. Vom Haus der Familie aus liefen wir mit dem Guide durch Steppenlandschaft, durchquerten kleine Bäche und hielten Ausschau nach den Elefanten.

vorbei an Büffeln und Kühen auf der Suche nach den Elefanten

Als wir einen Bach durchquert hatten und die Böschung hochkletterten, standen plötzlich drei Elefanten vor uns. Es waren die drei weiblichen Tiere, der Bulle hatte sich in ein höher gelegenes Waldgebiet begeben und ließ sich nicht sehen. Dort warteten auch drei weitere Einheimische auf uns, die während des ganzen Tages auf uns und die Elefanten achteten, damit wir nicht aus Versehen eines der großen Tiere verärgerten.

Ich war erst ein bisschen ängstlich so nah vor den großen Tieren zu stehen, die sofort auf uns zukamen, weil sie wussten, dass wir in Umhängetaschen Bananen mitgebracht hatten. Die Elefanten mampften im Nu eine Banane nach der anderen, da wir aber drei Touristen und drei Elefanten waren, hatte jeder sein persönliches Tier zu füttern. Als unsere Bananenvorräte erschöpft waren, sagte der Guide, wir sollten einfach die Hände hochhalten als Zeichen, dass es kein Essen mehr gab und das wirkte. Die Tiere drehten sich um und ließen von uns ab.

Wir liefen dann hinter den Elefanten her, sahen zu, wie sie in Buschgebieten Nahrung suchten, indem sie kleine Bäumchen und Büsche herauszogen, die Erde aus den Wurzeln klopften und die holzigen Teile aßen.

Dann kamen wir an einem Schlammloch vorbei, in dem sich die Elefanten suhlten und mit Lehm überzogen als Schutz gegen Parasiten. Und weiter ging es in den Dschungel, wie die Einheimischen das dichte Waldgebiet voller Gestrüpp nannten. Die Elefanten fraßen und fraßen, gingen weiter, verschwanden manchmal im dichten hohen Gestrüpp, kamen wieder zusammen und wir folgten einfach ihrem Rhythmus.

Dann war Mittagspause unter einem großen Baum auf einem kleinen Hügel: über einem offenen Feuer wurde ein Huhn für uns gebraten, wir erhielten rohe grüne Bohnen, die wir in einem Mörser zerstampften und mit Zitronensaft und scharfer Soße würzen konnten sowie den typischen Klebereis. Als Nachtisch gab es köstlich reife Mangos und Ananas. Nach dem Essen war eine Mittagspause angesagt: die Einheimischen legten sich zum Teil in aus Ästen gebaute Betten, einer ging fischen, der Guide verschwand irgendwohin und wir drei durften uns auf ein ca. 1 m hohes Gestell aus Ästen legen und ausruhen. Ein bisschen erschrocken war ich dann doch, als plötzlich einer der Elefanten durchs Gestrüpp kam und neugierig herumschaute. Der einzige Einheimische, der noch da war, konnte ihn nicht bewegen, zurückzugehen. Erst als er ihm das restliche Obst vor den Rüssel hielt, folgte der Elefant und bewegte sich wieder den Hügel hinunter.

Erst Buffet – dann unser Mittagsruhebett

Nach der Mittagsruhe ließ uns der Guide wieder zu den Elefanten, die nicht weit weg im hohen Gebüsch herumwanderten und aßen.

Wir wanderten wieder weiter mit durch die schöne Landschaft und kamen schließlich an einem See heraus. Hier war Gelegenheit, mit den Elefanten ins Wasser zu gehen. Wir bespritzen sie, sie duschten uns aus vollen Rüsseln und wir hatten viel Spaß. So langsam wurde ich auch vertrauter mit den Tieren und fühlte mich sicher.

Nach dem Bad wanderten wir mit ihnen zum Camp zurück. Die Elefanten puderten sich wieder mit staubiger Erde ein gegen Parasiten. Wir waren nicht nur nass, sondern auch ziemlich mit lehmiger Erde verschmiert. Im Camp wurden die Elefanten noch einmal von uns mit Bananen gefüttert, was ein großer Spaß war, denn inzwischen waren wir sehr vertraut mit den Tieren. Wir saßen auf einer offenen Terrasse, die ca. ein Meter hoch auf Stelzen stand und waren Aug in Aug mit ihnen. Die Elefanten, diese sanften Riesen, sind großartige Tiere, sie wissen genau, was sie tun und wie sie behandelt werden. Wir bekamen viele Informationen über Elefanten, auch die, dass ihre Wirbelsäule nicht zum Tragen von Gewicht gemacht ist, da sie spitze Wirbelfortsätze nach oben hat und damit auch nicht zum Reiten geeignet ist. Unser Guide betonte mehrmals, dass sie jetzt Elefantenferien für immer haben. Man merkte, das er und seine Helfer die Tiere sehr lieben. Auch wir waren von den Elefanten in den Bann gezogen . ‚Unsere‘ drei Damen waren früher Arbeitselefanten und zwischen 30 und 50 Jahre alt.

Für Ánatha und mich war dieser Tag etwas ganz besonderes und wir hätten noch lange so mit den Elefanten mitziehen können. Auf der Rückfahrt am späten Nachmittag sahen wir das Elefantenparadies nochmals von oben.

2 Gedanken zu „Elefantenreservat

  1. Karla

    Klasse, euer Ausflug mit den Elefanten und dass ihr die Möglichkeit hattet den Tieren so nahe zu sein.
    Wenn die Polli keine Leckerlies mehr bekommen soll, hebe ich auch immer die Hände und sage „alle, alle“.
    Wir wünschen euch noch weiterhin so tolle Erlebnisse wie die Ballonfahrt und die netten Elefanten.
    Liebe Grüße von Karla und Gerlind

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