Anatha: Herrschaftliches Wohnen im Dorf …

… 8 Km vom Flughafen Kochi entfernt)

Wenn man unterwegs und auf Reisen ist, dann ist die Unterkunft sehr wichtig. Sie ist Schlafplatz, Rückzugsort, Erholung und „Waschplatz“ für Körper und Kleidung. Es trägt sehr zum Wohlfühlen in einem Land bei, wenn man damit zufrieden ist.

Wir haben immer im Voraus gebucht, telefonisch oder per Mail. Gewohnt haben wir in 5 Unterkünften während der 3 Wochen, davon 10 Nächte in Varkala. Jetzt sind wir in einem sogenannten Homestay – bei einer Familie in einem Dorf. Da wir die letzte Nacht nicht direkt am Flughafen verbringen wollten, haben wir uns für diese Möglichkeit in der Nähe des Flughafens aber auf dem Land entschieden und bleiben 2 Nächte. Das Haus ist eine einstöckige Villa mit einem großen Garten und Baumbestand, direkt an einem ruhigen Fluss.

Wir fühlen uns 100 Jahre zurückversetzt in alte Zeiten. Wir können an einem schön gestalten Platz am Ufer sitzen. Oft sind nur die Vögel zu hören. Ich war in Indien noch nie an einem so schönen, idyllischen Ort.

Es gibt Frühstück dazu, indisch oder westlich – wie man möchte. Ein Abendessen kann bestellt werden, entweder vegetarisch oder mit Fisch. Die Familie ist christlich und besteht aus dem sehr hilfsbereitem Vater, der für die Unterkunft verantwortlich ist und im Ayurveda Bereich organisatorisch arbeitet. Die Mutter arbeitet als Krankenschwester auf der Entbindungsstation im Krankenhaus in der nahegelegenen Stadt. Dazu kommen der quirrlige zweijährigen Sohn und die zurückhaltende Großmutter.

Das Haus hat einen sehr repräsentativen Eingang, innen hat es Marmorfußboden, eine schön geschwundene breite Marmortreppe mit schönem Holzgeländer in den 1. Stock. Alles sieht edel aus. Wir können auch den großzügigen, fein gestalteten Balkon benutzen.

Unser Zimmer hat Aircondition und einen Ventilator. Neu gebaut wurde es 2014, auf uns machte es zu Anfang eher den Eindruck eines alten Familienbesitzes. Der Hausherr hat erzählt, dass er seine Familie bis zum Jahr 1814 an diesem Platz zurückverfolgen kann und der vor ein paar Jahren das alte Haus abreißen ließ, um neu zu bauen. Die Familie lebt im rückwärtigen Bereich des Hauses. Dort sieht es sehr indisch und sehr einfach aus. Man kann eine kleine Küche mit einer Propangasflasche und typischem Edelstahlgeschirr sehen, viel Wäsche auf der Wäscheleine (wie übrigens überall),  und allerlei Haushaltsgegenstände stehen und liegen herum. Eine kleine Hühnerschar läuft im Garten hinter dem Haus herum. Es macht den Eindruck, als würden dort die Bediensteten wohnen. Aber vielleicht ist auch nur ihr Hinterhof mit Outdoorküche. Unser Essen wird dort nicht gekocht. Es wirkt jedoch so, als ob die Gäste das Beste bekommen und sie leben im Hinterhaus.

Im Moment sind wir die einzigen Gäste (es gibt aber auch nur zwei Zimmer), aber es kommen Menschen aus der ganzen Welt. Im europäischen Winter sind die Westler hier, zur Regenzeit im europäischen Sommer kommen die Araber aus dem mittleren Osten, z. B. Dubai. Dann sind es dort bei ihnen zuhause 50 Grad. Für uns ist das Wetter in Indien zur Regenzeit sehr unangenehm, für sie schön kühl. Sie kommen für Ayurvedabehandlungen sowohl für die Gesundheit, für Wellness-Behandlungen aber auch für Zahnbehandlungen u. ä., weil das in Indien viel preiswerter ist.

Mit ungefähr 26 Euro pro Nacht mit Frühstück für uns zwei ist das die teuerste Unterkunft, dafür leben wir „fürstlich“. (Im Preisvergleich: wir haben sonst zwischen 10 – 16 Euro bezahlt. Frühstück gibt es für 1-3 Euro.)

Außer der Nacht in Alleppy  war es überall schön mit Wohlfühlfaktor!

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